Emus in the ‚Zone‘ – Bild des utopischen Zustands, mythologische Kristallisation eines ‚Ortes‘ jenseits des Raum-Zeit-Kontinuums, in dem die Trennung zwischen Fakt und Fiktion, zwischen Realität und Freiheit vollständig aufgehoben bzw. eingerissen ist, als Fluchtpunkt des Heterogenen. Mit dem „freien Spiel“ nach Schiller über Schlegels „Universalpoesie“ bis hin zur Rolle der Kunst bei Adorno und dem messianischen Geschichtsdenken bzw. „dialektischem Bild“ bei Benjamin sind noch weitere verwandte ‚Orts’markierungen im Umlauf.

Still from Sans Soleil (1983), by Chris Marker

Still from Sans Soleil (1983), by Chris Marker

Die passende Sprache ist für Chris Marker dabei eher eine des nicht sein, des not be – ganz nach Bartleby, und darin gerade nicht die bloße Negation dessen, was ist, sondern eine, die an die Potentialität von Geschichte heran- und so aus der vermeintlichen Einbahnstraße der Geschichte herausführt. „Lesen, was nie geschrieben ward“, heißt es bei Hugo von Hoffmansthal und mit Benjamin, und wenn eines zukünftigen Tages wir alle zu jenen Dichtern geworden sind, von denen der Film am Ende spricht, werden auch Lesen und Schreiben in eins fallen.

In Sans Soleil selbst heißt es zum Ende des Films, in den von einer Frau vorgetragenen, als Briefe verfassten Reiseberichten des Kameramanns Sandor K.:

„Then I went down into the basement where my friend—the maniac—busies himself with his electronic graffiti. Finally his language touches me, because he talks to that part of us which insists on drawing profiles on prison walls. A piece of chalk to follow the contours of what is not, or is no longer, or is not yet; the handwriting each one of us will use to compose his own list of ‚things that quicken the heart,‘ to offer, or to erase. In that moment poetry will be made by everyone, and there will be emus in the ‚zone‘.“