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Hito Steyerl, „Liquidity Inc.“

Überall dort, wo es von Vorteil ist, seine Position unablässig zu verändern, um unsichtbar, formlos und nicht ortbar zu werden, ist das Subjekt von einer „Dynamik erfasst, die die Bedeutung sozialer Subjektivität beständig verschiebt“1)Juliane Rebentisch, Theorien der Gegenwartskunst, Junius: Hamburg 2013, p.195. Jene Dynamik und die aus ihr abzuleitenden sozialen Beziehungen gehen auf die vorherrschende Logik im Raum des multinationalen globalen Finanzkapitals zurück. Alle Subjektivität, die sich gegen diese Logik zu stellen gewillt ist  – Guerilla, Hacker, Aktivisten, Überlebenskämpfer – muss daher Subjektivierungsweisen adaptieren, die dieser Dynamik und dem inter- und transnationalen Charakter des globalen Finanzkapitals entsprechen. Nur so lassen sich mögliche Formen ihrer Repräsentation für die Gegenwart und eine ihr zugehörige „Zeitgenossenschaft“ generieren.

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Liquidity Inc. (Still) 2014 | courtesy of the artist

Ausgehend von der bei Bruce Lee entlehnten Überlebensformel Be formless, shapeless, like water!, unterstreicht Hito Steyerl mit ihrem Film Liquidity Inc. (2014), dass derartige Formen von Subjektivität heute als die einzig angemessenen erscheinen angeichts der selbst wie unsichtbar wirkenden Kräfte einer globalen Ökonomie im 21. Jahrhundert. Bereits der Titel zeigt dabei eine doppelte Bedeutung an, ist er doch sowohl mit dem bekannten Kürzel für kapitalisierte Aktiengesellschaften lesbar, wie er als prägnante Kurzformel den mit Bruce Lee anvisierten Zustand der Verflüssigung, eines inkorporierten Aquadynamismus benennt.

Die fluide Beweglichkeit betrifft darüber hinaus das Ineinanderfließen und Auflösen der Grenzen von Realität und Spekulation, von Dokumentarismus und Fiktion, von Kritik und Unterhaltung, wie dies auch für viele andere Arbeiten Steyerls gilt – einige davon bilden mit Liquidity Inc. die aktuelle Ausstellung Left to our own devices.

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References   [ + ]

1. Juliane Rebentisch, Theorien der Gegenwartskunst, Junius: Hamburg 2013, p.195

Hito Steyerl „November“

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In November erzählt Hito Steyerl die Geschichte ihrer einst besten Freundin Andrea Wolf, bevor Wolf in den Untergrund geht, sich der PKK anschließt und im Kampf gegen die türkische Regierung ums Leben kommt. Ein Film über die Wirkmacht von Bildern im digitalen Zeitalter, ihre Rolle in der Konstruktion von Identität und die Frage, wie wir ohne die Wahrheit der Bilder noch politisch sein können.

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