Author: Christian (Page 1 of 4)

Stuart Hall

Stuart Hall, geboren 1932 in Kingston, Jamaica, gestorben 2014 in London, war ein britischer Soziologe, der als einer der Begründer und Hauptvertreter der Cultural Studies gilt – mitsamt des Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) in Birmingham, das sich ab 1970 zum wichtigsten Hort einer marxistisch inspirierten und multikulturell denkenden Neuen Linken entwickelte.

Über Jahre hinweg war Hall der prominenteste öffentliche Intellektuelle Großbritanniens, mit regelmäßiger Präsenz im Fernsehen, mit Sendungen bei BBC und Channel 4 und unter Mitwirkung der Open University. In den 1980er Jahren populär wie kein anderer Intellektueller der Nachkriegsära, hatte er hier einen weithin sichtbaren Platz für die New Left in den Massenmedien erobert. Was freilich nicht jedem gefiel, und seine Gegner sollten alsbald zurückschlagen.

Mit der Ankunft des sog. Thatcherism in der Regierung (mit dem Sieg der Konservativen Partei, der Torries, bei der Wahl 1979, mit Margaret Thatcher als Premierministerin), verschärften sich die sozialen Konfliktlinien, wobei der Begriff Thatcherism schon zuvor von der Neuen Linken um Stuart Hall veranschlagt worden war, um die politischen und sozialen Maßnahmen und Entwicklungen wie etwa eine neoliberale Wirtschaftspolitik, die Stärkung des Nationalen bzw. eine patriotische Rhetorik, autoritäre Moral und eine individualistische Auffassung von Gesellschaft (There is no such thing as society, only individual men and women and their families) zu charakterisieren. Folgt man dem Literaturwissenschaftler Joseph Vogl, dann manifestierte sich in jener Politik unter Thatcher endgültig die Aufkündigung des Wohlstandskompromisses bzw. -versprechens. Die Regierungsberater Thatchers hatten hierfür den Begriff „managed decline“, eine Art sozialpolitischer Kahlschlag, der sich unter anderem auf die Annahme stützte, dass der Finanzsektor einen Ausgleich schaffen würde und man somit ganze Industriezweige zugrunde gehen lassen könne.

Illustration von Maïa Walcott, https://maiawalcott98.wixsite.com/mysite

Linton Kwesi Johnson, „New Crass Massahkah“

Linton Kwesi Johnson schrieb „New Crass Massakah“ nach dem Brand in einem Nachtclub in 439 New Cross Road, Lewisham, South London, im Januar 1981. 13 junge Schwarze, im Alter zwischen 14 und 22 Jahren, waren in den Flammen umgekommen, deren Ursache bis heute nicht geklärt ist. Die Tatsache, dass schnell der Verdacht einer rassistisch motivierten Tat aufkam, ein Verdacht, der bis heute nicht vollständig ausgeräumt wurde, zeigt auch, wie schlecht es damals um die race relations in Großbritannien bestellt war. Nicht nur, dass es kaum überrascht hätte, wenn sich der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung erhärtet hätte, auch die  Berichterstattung in den Medien sowie die öffentlichen Statements der Politik waren von einer vielsagenden und beschämenden Gleichgültigkeit geprägt, wie Les Back rückblickend erinnert. Back war damals in Lewisham aufgewachsen und ist heute Professor für Soziologie am Goldsmith College:

„It is important to remember the shameful indifference to these deaths at the time within the media and the political establishment.“1)http://www.gold.ac.uk/news/remembering-the-new-cross-road-fire/

References   [ + ]

1. http://www.gold.ac.uk/news/remembering-the-new-cross-road-fire/

Kara Walker, „Fall Frum Grace, Miss Pipi’s Blue Tale“ (2011)

In ihrer ersten Einzelausstellung, zu sehen bei Sprüth Magers, Berlin, zeigt die afroamerikanische Künstlerin Kara Walker ein siebzehnmütiges Video, für das sich Walker wie häufig in ihren Arbeiten der Form des antiken Schattentheaters bedient.

Erzählt wird die Geschichte von Miss Pippi, einer Südstaatenschönheit, einer „Southern Belle“, und ihrer sexuellen Beziehung mit einem Sklaven. Als sie auffliegen, wird der Sklave mit aller Härte vom weißen Mann bestraft. Er wird geschlagen, kastriert und schließlich ermordet. Dabei erscheint die Gewalt genährt von der Angst des weißen Mannes vor dem schwarzen Körper, seiner Sexualität. Zerstörung bannt schließlich die auf ihn projizierte Macht, seine Macht über weiße Frauen.
Die expliziten Darstellungen von Gewalt, von Geschlechtsteilen und sexuellen Handlungen kontrastiert Walker jedoch durch die Abstraktheit ihrer Schattenfiguren, die als Silhouettten, obgleich scharf konturiert, zugleich leer bleiben und so es dem Betrachter überlassen, ihnen eigene Bilder und Assoziationen hinzuzufügen.
Soweit Walker in der Geschichte Miss Pipis eine mehr oder weniger lineare Erzählung verfolgt, brechen andere Bestandteile des Videos eben diese Linearität wieder auf: abstrakte Farbkompositionen, surreale Traumfiguren oder der heitere Tanz eines Mannes mit Zylinderhut vor dem Hintergrund eines Mississippi-Dampfers. Natürlich ist dann auch dieser Dampfer wieder ein Verweis auf die Südstaaten des 19. Jahrhunderts, auf ihre Plantagen und die Sklaverei, ebenso wie der Delta Blues aus dem Soundtrack des Videos.

Jedoch wird jede scheinbar homogene Einheit ihrer Erzählung von Walker selbst durchkreuzt, wenn sie wiederholt als Puppenspielerin im Video auftaucht, als Strippenzieherin der in den Schattenfiguren erzählten Geschichte.

The Return of Afrofuturism. Die Neuformulierung eines alten Begriffs

 

ein weiteres Feature im Zuendfunk Generator des Bayerischen Rundfunks, von BR2

Quelle: The Return of Afrofuturism. Die Neuformulierung eines alten Begriffs

Nidda Badwan, „100 Days of Solitude“

"100 Days of Solitude; Code 6," 2014

Quelle: A Palestinian Woman Spent 20 Straight Months In Her Room Creating Art | HuffPost

Dubkasm feat. Christine Miller – „There’s a Love (RSD Remix)“

set the controls … there is love, after all … beautiful tune !!!

Bouchra Khalili, „Foreign Office“

Die Filminstallation Foreign Office der marrokanisch-französischen Künstlerin Bouchra Khalili führt zurück in die Jahre 1968 – 1972, als die algerische Hauptstadt Algiers zum Zentrum einer revolutionären Internationalen wurde. Von den verschiedenen Befreiungsbewegungen Afrikas bis zur Black Panther Party mit Eldridge Cleaver hatten diverse Organisationen hier, im Exil, im nach dem algerisch-französischen Kolonialkrieg unabhängigen Algerien, ein neues oder vorübergehendes Zuhause gefunden.

NEWS: Foreign Office und weitere Arbeiten sind von April bis Juni 2018 in Wien zu sehen, in der Secession

Awesome Four Nairobi, „Funky Soul Makossa“

Vocoder Voice over Robot Funk …

dance dance dance don’t stop …

 

The Jacksons, „Bless His Soul“

toller Song von und mit dem jungen Michael Jackson

 

The Revolution Will Not Be Televised

 You will not be able to stay home, brother
 You will not be able to plug in, turn on and drop out
 You will not be able to lose yourself on skag and skip
 Skip out for beer during commercials
 Because the revolution will not be televised
 The revolution will not be televised
 The revolution will not be brought to you by Xerox
 In 4 parts without commercial interruption
 The revolution will not show you pictures of Nixon
 Blowing a bugle and leading a charge by John Mitchell
 General Abrams and Spiro Agnew to eat
 Hog maws confiscated from a Harlem sanctuary
 The revolution will not be televised
 The revolution will be brought to you by the Schaefer Award Theatre and will not star Natalie Wood and Steve McQueen or Bullwinkle and Julia
 The revolution will not give your mouth sex appeal
 The revolution will not get rid of the nubs
 The revolution will not make you look five pounds
 Thinner, because The revolution will not be televised, Brother
 There will be no pictures of you and Willie Mays
 Pushing that cart down the block on the dead run
 Or trying to slide that color television into a stolen ambulance
 NBC will not predict the winner at 8:32 or the count from 29 districts
 The revolution will not be televised
 There will be no pictures of pigs shooting down
 Brothers in the instant replay
 There will be no pictures of young being
 Run out of Harlem on a rail with a brand new process
 There will be no slow motion or still life of
 Roy Wilkens strolling through Watts in a red, black and
 Green liberation jumpsuit that he had been saving
 For just the right occasion
 Green Acres, The Beverly Hillbillies, and
 Hooterville Junction will no longer be so damned relevant
 and Women will not care if Dick finally gets down with
 Jane on Search for Tomorrow because Black people
 will be in the street looking for a brighter day
 The revolution will not be televised
 There will be no highlights on the eleven o'clock News
 and no pictures of hairy armed women Liberationists and
 Jackie Onassis blowing her nose
 The theme song will not be written by Jim Webb, Francis Scott Key
 nor sung by Glen Campbell, Tom Jones, Johnny Cash
 Englebert Humperdink, or the Rare Earth
 The revolution will not be televised
 The revolution will not be right back after a message
 About a white tornado, white lightning, or white people
 You will not have to worry about a germ on your Bedroom
 a tiger in your tank, or the giant in your toilet bowl
 The revolution will not go better with Coke
 The revolution will not fight the germs that cause bad breath
 The revolution WILL put you in the driver's seat
 The revolution will not be televised
 WILL not be televised, WILL NOT BE TELEVISED
 The revolution will be no re-run brothers
 The revolution will be live

The Revolution Will Not Be Televised war ursprünglich ein Gedicht, das Gil Scott-Heron 1970 im Alter von 21 Jahren schrieb, und das er, nur von Trommeln begleitet, im Stile einer Spoken-Word-Performance präsentierte, auf seinem ersten Album »Small Talk at 125th and Lenox«. Ein Jahr später nimmt er es erneut auf, diesmal von einem treibenden Groove aus Funk und Blues untermalt, und erschienen auf dem Album Pieces of a Man (1971).

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